Achterbahn quasi Hilfsausdruck
Wenn ich hier die Titel der Blogbeiträge so Revue passieren lasse, hat es schon was Lustiges. Rapid am Boden, Rapid am Weg, Rapid auf einem guten Weg, Rapid wieder am Boden u.s.w.
Das sagt zum einen was über uns Fans aus, die wir jedes Fünkchen Hoffnung sofort gierig aufsaugen und daraus einen positiven Trend erkennen wollen. Nur um dann wieder frustiert die nächste Heimniederlage gegen Hartberg zur Kenntnis zu nehmen.
Und es sagt natürlich was über unseren Verein, den SK Rapid aus. Hier geben sich die Trainer die Türschnalle in die Hand. Wie erfolgreich einer war oder ist, sieht man meist erst, wenn der Nächste oder Übernächste noch grandioser an Kader und Gegebenheiten gescheitert ist.
Da ist nicht viel Plan
Den Präsidenten kann man beim besten Willen nicht wirklich ernst nehmen. Handelt sich halt von Posterl zu Posterl zu Ehrenamterl und von Buffet zu Buffet. Der ehemalige Fußballgott ist als Funktionär eher ein Ersatzspieler. Da kommt kein großer Wurf. Keine große Idee. Kein großer Plan, wie es mit dem Traditionsverein weiter gehen könnte. Der sympathische Sportchef versucht „Blue Chips“ zu finden und Verstärkungen zu heuern, die am Ende der Saison möglichst viel Kohle bringen. Das gelingt mal besser, mal gar nicht. Und rundherum noch ein paar „Legenden“ und Ex-Rapidler, die halt auch irgendwas machen.
Und dabei gibt es keine erkennbare Vision. Keinen Kader, der irgendwelche Perspektiven vermuten lässt. Wer halt gerade da ist und noch nicht verkauft ist, spielt halt mit. Es gibt auch keine Philosophie am Platz. Powern wir die Gegner mit unserer Energie nieder? Spielen wir stabil und ballsicher über den ganzen Platz? Haben wir eine Beton-Abwehr? Haben wir besonders schnelle Flügel-/Schienen-Spieler? Laufen wir mehr als die Gegner? Kicken wir besser als die Gegner? Nada, niente. Nix zu erkennen. Wir verteidigen unaufmerksam und bauen dann langsam auf, spielen gefühlte Stunden lang quer und hin und her, und irgendwann chippt irgendwer den Ball in den Strafraum, wo keiner von uns steht. Das ist Rapid … schon seit geraumer Zeit.

Zeit für eine Vision! (Forderung Nr. 268)
Immer und immer wieder wünscht man sich als Fan den großen Umbruch, den radikalen Neustart. Mal wirklich Rapid von Grund auf neu denken. Die Trophäen von annodazumals bleiben ja eh in den Vitrinen. Aber wie, verdammtnochmal, sollen da jemals Neue dazu kommen?
Man schaut auf kluge, kleine Vereine, die immer mal wieder die Europa League oder gar die Champions League rocken, wie aktuell gerade Bodo Glimt, die mal eben Inter Mailand 3:1 schlagen und voher schon mit einem klaren Plan am Platz für Erfolge sorgen.
Aber dorthin werden uns die Legenden und Legendchen nicht führen, die hier versorgt sein wollen. Dafür braucht es mal einen Plan, was dieser Verein im Westen Wiens eigentlich sein will. Und auf Basis dieses Plans kann man dann Inverstoren, Trainer und Spieler suchen und finden. Wenn es einen guten Plan gibt, warum sollte ein Adi Hütter oder ein Ralf Rangnick oder sonstwer nicht hier in einer der schönsten Städte der Welt für 2 Jahre für Furore sorgen wollen? Mit Hirn, Kleingeld und dem passenden Kader mit der richtigen Vision ist so gut wie alles möglich.
Aber wo ist in Hütteldorf das Mastermind, der „Mann mit dem Plan“? Wir sehen niemanden. Und das schon seit längerer Zeit und wohl auch noch für ein gutes Weilchen. Und darum geht´s weiter auf und ab und ab und ab und …
