Irres Spiel

Was für ein Spiel – das 2:2 gestern bei US Sassuolo. Eines, dieser Spiele, wo du dich zuerst mal 85 Minuten lang ärgerst, an der Welt und deiner Mannschaft verzweifelst und dich dann 8 Minuten lange „trotzdem“ unbändig wie ein kleines Kind noch auf und über den Ausgleich freust.

Aber mal der Reihe nach. Zur Ärger und Verzweiflungsphase: OMG, da waren unfassbare Strecken in diesem eigentlich langweiligen Spiel, wo ich nur mehr den Kopf schütteln konnte. Und meist war das unfassbares, individuelles Versagen, wo man sich fragt, was diese Sportler eigentlich Tag für Tag trainieren.

Unfassbar, wie nach wenigen Minuten Strebinger wie gebannt auf der Linie pickt und zuschaut, was da 4 Meter vor ihm am 5er passiert. Gottseidank sah der Schiri da irgendwo ein Foul der Italiener. Aber wie groß ist da der Unterschied zwischen dem ängstlichen Tormann und und einem Keeper der „Aggressionssorte Kahn“. Der stürmt (manchmal zu) furios aus seinem Kasten und machte in jeder Minute klar, wer den Strafraum regiert.

Unfassbar, wie Schrammel mit dem Ball umgeht. Da wird jeder Pass zum Hochrisikomoment.

Unfassbar, wie Traustason „spielt“. Dass irgendwer für den jungen Isländer 2 Millionen Euro auf den Tisch legt, ist vollkommen unverständlich – zumindest im gestrigen Spiel. Ballbehandlung wie ein kaputter Türstock, Spielverständnis wie ein Stein.

Unfassbar, wie dumm Mocinic attackiert. Jeder Kontakt funkelt mindestens dunkelgelb.

Unfassbar wie unbewaffnet Schaub und Murg in Dribblings gehen. So spielen die nicht mal im Gänsehäufl irgendwen aus. Einfach mit dem Ball (ewig) am Fuß auf jemand zulaufen und hoffen, dass der sich schon in Luft auflösen wird, ist wirklich wenig.

Unfassbar, wie alle vom „jungen Thurnwald“ begeistert waren. Damit wir uns nicht falsch verstehen, das ist ein guter junger Mann, hochnervös und er ist in diesem Spiel nicht der Mann, der das Spiel entscheiden muss. Er hat sich bemüht. Aber wie ungeschickt und naiv er sich immer wieder anstellte, ist zum Teil haarsträubend.

Unfassbar, dass ein dauerfuchtelnder und dauerüberforderter Spieler wie Maxi Hofmann unser Kapitän ist.

Unfassbar, dass ein trocken und abgeklärt spielender Sonnleitner, nur durch Verletzungen in die Mannschaft gerutscht ist.

Unfassbar, wie Joelinton überall auf dem Platz herumrennt, aber dann 5 Meter vor dem Tor völlig frei den Kopfball irgendwohin setzt.

Unfassbar, was unsere Mannschaft da 85 Minuten lang an naiver, hilfloser Unzulänglichkeit bot.

Und unfassbar, wie unsere Mannschaft dann in den letzten Minuten durch unbedingten Willen und Einsatz das Spiel noch drehte. Es lag nach dem 1:2 so zwingend in der Luft, dass dieser Augleich noch fallen wird. DAS war Rapid, wie man es immer sehen will. Abseits von saftlosem, kraftlosem Ballgeschiebe, abseits von technischen und taktischen Unzulänglichkeiten, die erschrecken.

 

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