Wir steigen ab. Wir steigen nicht ab.

Nächstes Ligaspiel. Nächste Niederlage. Nächste Watschn in der Südstadt. Der Trainer sagt darauf „Keine Ahnung, warum wir heute verloren haben. Aber es ist sehr schade.“ Der Sportdirektor ist „mit der Leistung des Trainerteams sehr zufrieden“.

Und da fragt man sich, in welchem Paralleluniversum der Verein meines Herzens sich gerade befindet. Wir steuern schnurstracks auf den Abgrund zu. Der Trainer drischt Floskeln von wegen brennendem Rasen und 120 Prozent spucken, kratzen, beißen. Und behauptet gleichzeitig, dass er sich nicht mit dem Abstiegskampf beschäftigen mag.

NATÜRLICH IST RAPID KEIN VEREIN, DER SICH NORMALERWEISE MIT DEM ABSTIEG BESCHÄFTIGT. ABER DIESE SAISON IST ALLES ANDERE ALS NORMAL. 

Wir haben seit letztem Mai den 4. Trainer und den 2. Sportdirektor am Ruder. Und ganz sicher können die aktuellen beiden (SD und Trainer) noch am allerwenigsten für die Sackgasse, in der wir uns befinden. Es wurden von allen Seiten zu viele Fehler gemacht.

  • Die Zusammenstellung dieses Kaders ist einfach suboptimal. 
  • Der Verletzungsteufel ist diese Saison wirklich ein A.loch in Hütteldorf.
  • Man glaubte zu lange, dass ein volles neues Stadion alleine gewinnt.
  • Zoki B. hat das Team durch sein Verhalten einfach im Stich gelassen.
  • Mike B. hat sich das alles wohl ganz anders (einfacher) vorgestellt.
  • Damir C. machte sich sich selbst zum Anführer ohne Gefolgschaft.
  • Goran D. kann die Suppe auslöffeln. Und das kann er wohl nicht.
  • Dieser Mannschaft fehlen bis auf 5-6 Ausnahmen Herz und Klasse.
  • Lächerliche Kleinkriege und kleinliches Nachtreten im und um den Verein bringen niemand weiter.
  • Man ignoriert, dass wir mitten im Abstiegskampf stecken. Und das mit der aktuell schlechtesten Formkurve der ganzen Liga. Im Moment sehe ich kein Team, das schlechter spielt als wir. 

Es ist Zeit, den Kampf in der Liga endlich anzunehmen! Wir schaffen das!

Ich bin seit mehr als 30 Jahren Anhänger dieses Vereins. Und ich kann nicht akzeptieren, dass ein Verein mit diesen Möglichkeiten, aus der ersten österreichischen Liga absteigt. DAS wäre ein Armutszeugnis sondergleichen.

Ich gehe seit mehr als 30 Jahren zu so gut wie jedem Heimspiel meiner Mannschaft. Ich juble mit in guten Zeiten, ich leide mit in schlechten Zeiten. Ich feuere an, ich fluche und verdamme. Und ich verlange von den 15 bis 20 hochbezahlten Kickern auf dem Rasen, dass sie sich für diesen Verein bis zur letzten Sekunden quälen, dass sie die Schritte machen, die wehtun, dass sie auch noch laufen, wenn die Gegner schon lange nicht mehr können. Und zwar in jedem Spiel. Und nicht nur in ausgewählten heimischen oder europäischen Cupspielen.

Ich kann nicht akzeptieren, dass man einerseits Rekordergebnisse vermeldet und von weiterer Professionalisierung spricht und dann einen Kader wie den aktuellen zusammenstellt. Hat irgendwer unsere „Stürmer“ jemals wirklich ernsthaft über einen längeren Zeitraum gescoutet? Sind das die Sturm-Optionen, mit denen Rapid ernsthaft Erfolg haben wollte? Es gibt sicher Regionalligisten mit treffsichereren Sturmreihen. Reicht unsere Kern-Scouting-Region tatsächlich gerade bis in die Südstadt (Schöss, Schwab, Malicsek …) oder ehemals Grödig (Tomi, Huspek, Nutz)?

Ist es tatsächlich so, dass die zahlreichen personellen Fehlentscheidungen unseren Spielraum so eingeschränkt haben, dass ein allfälliger neuer Trainer ab Sommer mit dem gleichen Kader weiterwurschteln muss? Klar, kann man sagen, dass mit Schaub, Schobesberger, Traustason und Mocinic alles viel viel besser wird. Sie müssen halt dann 42 Spiele unverletzt und in Hochform überstehen.

Drängt aus der Jugend wirklich gar nichts nach? Sind Arase, Thurnwald, Okungbowa & Co wirklich noch nicht so weit? Muss man bei uns erst 24 sein, um bei den „Erwachsenen“ spielen zu können? (In Monaco zerlegt gerade ein 18 Jähriger die Championsleague.) Ja, ja, nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich – aber warum gelten bei uns Spieler in der Regel bis 24 noch als „vielversprechende Talente“?

Ich erwarte mir von meinem Verein in dieser Situation, dass Kleinkriege intern eingestellt werden, dass man den Kampf extern annimmt, und still, demütig und konzentriert diese Saison fertigspielt und dass die Liga gehalten wird.

UND: Dass man als erste kleine, wirklich ganz kleine Entschädigung für diese lausige Saison – 95 oder wenn nötig 130 Minuten lang – den Bullen das Leben richtig schwermacht, dass man sie bespielt und bekämpft und alles unternimmt, um den Cup zu holen!

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