Spielchen

Die Berg- und Talfahrt von Rapid in dieser Saison geht offensichtlich weiter. Und mit dem Spiel gestern gegen Arsenal in London wurde eine neue Talsohle erreicht. Ein grünweißes B-Team hatte gegen den aktuellen Vierzehnten der Premier League nicht den Funken einer Chance.

Aufstellung und Einstellung

Die erste Überraschung – die AUFSTELLUNG – zumindest für den normalen Fan wie mich – gab es schon vor dem Spiel. Der Trainer schickte eine Elf aufs Feld, die sich vor allem aus aktuellen „Reservisten“ zusammensetzte. Von Strebinger über Greiml, Sonnleitner und Schuster bis zu Kitagawa und Alar (!). Hintergrund war sicher die „Bedeutungslosigkeit“ des Spiels für den Aufstieg in dieser Gruppe. Das große „Finale“ gegen Molde stand da wohl ganz klar im Fokus. Vielspieler sollten geschont – und auch vor unnötigen Gelben oder Verletzungen geschützt werden. So weit so gut der Gedanke.

Die zweite Überraschung – die EINSTELLUNG – war dann die Leistung dieses „B-Teams“ vor allem in der ersten Halbzeit. Man könnte ja vermuten, dass gerade die Spieler, die zuletzt eher weniger zum Zug kamen, sich jetzt mal voll reinhauen, 200 Prozent geben, um sich für die nächsten Spiele zu empfehlen. Fehlanzeige. Zu langsam, immer den einen Schritt zu spät – das war der Status Quo. Von Willen, Herz, Leidenschaft und Hingabe war weit und breit wenig zu sehen. Von Strebingers Performance beim ersten Gegentor mag man schon gar nicht mehr reden. Er sah eher so aus als würde er eine Wespe verscheuchen wollen als würde er versuchen den Flatterball zu bändigen. Egal, in der zweiten Hälfte zeigte er wirklich starke Paraden und verhinderte so eine noch höhere Abfuhr.

Europa als lästige Pflicht

Nun sind strategisches und taktisches Denken schon wichtig, aber als Fan fragt man sich halt, warum man eine ganze Saison über permanent hört, wie wichtig es sportlich ist, dass wir wieder europäisch spielen und in die Europa League oder Champions League kommen. Aber wichtig scheint das offenbar nur für den Vereinskassier zu sein. Sportlich merkt man nämlich gerade in dieser europäischen Saison wenig bis gar nix von dieser großen Wichtigkeit. Lustlos in Molde, peinlich gegen Dundalk und gestern hilflos in London – das prägt das Bild. Mehr als die guten 60 Minuten daheim gegen Arsenal.

Und man fragt sich da halt schon, wem soll dieses Spiel gestern irgendwie helfen?

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass einer der „Reservisten“, der gestern auf dem Platz stand, irgendeinen positiven Nutzen aus der Abfuhr ziehen konnte. Und ich glaube auch nicht, dass die Spieler, die sonst regelmäßig spielen, viel von den trostlosen 90 Minuten gestern hatte. Denn für die generelle Stimmung war das peinliche 1:4 sicher auch kein Pluspunkt. Dass man so „kampflos“ auch keine Punkte und keine Prämien sammelte, kommt noch dazu.

Ich bin überzeugt davon, dass man Selbstvertrauen und Form am besten durch Leistung und Erfolgserlebnisse schaffen, halten und aufbauen kann. Wenn jetzt immer die halbe Mannschaft von einem durchschnittlichen bis schwachen Auftritt zum nächsten taumelt, wird das schwer. Und darum verstehe ich auch nicht, warum man gestern nicht spürbar und mit voller Kraft versuchte, Arsenal zumindest einen Punkt abzuringen. (wie es übrigens der LASK gegen Tottenham zeigte) Und man kann natürlich in London schon verlieren – aber nicht so wie gestern – hilflos und kampflos.

Ich wünsche Rapid und uns allen natürlich, dass auf die „taktische Niederlage“ gestern jetzt dann Siege in Hartberg und gegen Molde folgen. Habe aber so meine Zweifel, ob das gestern nicht extrem kontraproduktiv war. Aber natürlich täusche ich mich sehr gerne und freue mich, wenn wir in einer Woche über ein europäisches Frühjahr jubeln können.

GWG!

One thought

  1. ich bin noch immer brennhass und zum ersten Mal der absoluten Überzeugung das Didi gehen soll / muss!!

    Wer sich nach so einem Match hinstellt und meint es is ja eh Wurscht – hat auf einer Trainerbank nichts verloren!!! Gar nichts!!!

    Allein die Aufstellung vom Deni Alar… damit hat er nochmal unterstrichen das es tatsächlich komplett für die Fisch is!

    Bask und die Dosen zeigen uns Woche für Woche was mit der richtigen Einstellung dem richtigen mindset möglich ist/wäre … nur da liebe Didi fliegt wie schon damals gegen United lieber zum shoppen nach London. 👏
    Und unsere Jungen können aus dem Spiel sicher auch unheimlich viel mitnehmen… wenn man wenigstens gewollt hätte, lass ich mir einreden das man auch aus der Niederlage lernen hätte können. Aber man wollte einfach nicht und Didi hat das sogar noch bekräftigt 🤬🤬

    an wen ich gestern denken musste – Thomas Muster – der Typ war kein großes Talent… absolut nicht – der war einfach ein Mentalitätsmonster!! Ich werd nie vergessen als er mit gebrochenen Haxn trainiert hat und Vollgas gegeben hat, komplett irre der Typ. Ja, Einzelsport. Aber der hat gezeigt wieviel möglich ist wenn man es nur will.
    Umgelegt auf uns wäre so zumindest national wieder was möglich… aber wir sind ja mittlerweile soweit das ein Wort wie „Titel“ ein totales Unwort ist!

    Fokus, Zielstrebigkeit, Wille…. das kann man lernen… es ist wie bei den meisten anderen Dingen – man muss es nur immer wieder gebetsmühlenartig wiederholen und wiederholen… bis die scheisse im Hirn verankert ist und nicht mehr raus will weil ma so vor Ehrgeiz strotzt!!!

    Dieses Team braucht dringend der regelmäßig mit ihnen am richtigen mindset arbeitet und keinen Trainer dem es egal ist!

    Liken

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