Hütteldorf verschwindet Schritt für Schritt mehr und mehr im Mittelmaß. Der Rekordmeister mit den meisten Fans und einem richtig guten Stadion begibt sich nach und nach ins Niemandsland. Und es sieht nicht so aus als hätten wir die Endstation dieser Reise schon erreicht.
Vor allem weil man sich der Kernprobleme bei Rapid Wien wohl immer noch nicht bewusst ist.
Grauweiß statt Grünweiß
Viele legendäre Vereine in Europa fristen heute ein trauriges Dasein. Schalke 04 ist gerade mal wieder in die 2. Bundesliga abgestiegen. 1860 München ist in den Untiefen der dritten Liga versunken. So schlimm ist es um Rapid gottseidank noch nicht bestellt. Aber der aktuelle Weg ist kein guter.
Viel zu viele falsche Entscheidungen wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten getroffen. Viel zu lange hat man über die pösen Bullen geschimpft. Statt einfach ohne Schaum vor dem Mund zu analysieren, was machen die gut und was können wir davon kopieren. Oder sogar optimieren.
Aber nein, man schimpft lieber über Dagobert Duck oder faselt was von Rolls Royce u.s.w. statt darüber nachzudenken, ob man nicht vielleicht auch in Hütteldorf ein klares sportliches Konzept brauchen würde.
Einen klaren Plan, nach dem man Spieler und Trainer verpflichtet. So richtete halt jeder Trainer seinen eigenen „Saustall“ an und hinterließ Spieler, die zum nächsten Trainer ganz sicher nicht passten.



„Legendär“ statt überlegen
Viel lieber verstand und versteht man sich beim SK Rapid Wien als Auffangbecken für sogenannte Legenden, die meist ohnehin nur solange bei Rapid spielten bis Berater und Ausland mit ein bissl mehr Kohle winkten. Aber jetzt sind sie alle wieder da die Ümits und Jimmys, Velis und Kulos. Und natürlich war auch der Didi da, und der Ferdl und aktuell der Zoki.
Von Kühbauer abgesehen hat keine dieser „Legenden“ wirklich Spuren hinterlassen in Hütteldorf. Und trotzdem werden sie hofiert als gäbe es kein Morgen. Schmähführen und über alte Zeiten fabulieren sollte als Jobanforderung ja auch wirklich reichen, oder?
Es gibt kein spannendes „Projekt Rapid“ mehr
Dabei hätte unser Klub so viel, was es brauchen würde, um erfolgreich und spannend zu sein. Eine große Geschichte, eine große Fanbase, ein gutes Stadion und die Heimat in einer der schönsten und lebenswertesten Städte der Welt.
Und trotzdem dümpeln wir mit Zoki und Hicke und einem ehemaligen ORF-Zauberer ins Niemandsland. Vorwärts in eine graue Zukunft.
Hier ist nichts von Aufbruch zu spüren. Es ist kein Projekt Rapid am Start. Ein frisches, Konzept mit einer klaren Spielidee. Inklusive einer motivierten und hoffnungmachenden sportlichen Führung. Keine definierten Ziele, kein Plan, wie man wieder rauskommt aus diesem Niemandsland. Eine Vision Rapid 2030, die eine eindeutige Mission verfolgt mit jungen, hungrigen Spielern? Fehlanzeige.

Eine Vision könnte Hoffnung machen
Rapid müsste wieder ein Ort sein, wo junge Kicker gerne hinkommen. Und Rapid müsste wieder ein Ort werden, wo auch ein guter heimischer Trainer (Hasenhüttl, Glasner, Hütter) sich zweimal überlegt, ob er nicht hier für 2 Jahre was beitragen kann an Bord eines spannenden Projektes. Mal schauen, ob man hier Titel holen und in Europa wieder für positive Schlagzeilen sorgen kann.
Dann ziehen diese Trainer ja eh wieder weiter, weil Rapid natürlich nicht mal ansatzweise das zahlen kann, was Frankfurt, Gladbach oder Leeds zahlen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man nicht vor Jahren einen Urs Fischer für ein spannendes Projekt im Westen Wiens hätte begeistern können. Aber dafür braucht es einen klaren Plan und eine klare Kommunikation. Schmähführen mit Ex-Rapidlern ist halt zu wenig, um Erfolge zu feiern.
Niemand hätte gedacht, dass Frankfurt die Europa League gewinnt. Niemand hätte geglaubt, dass Union Berlin heuer in der Champions League spielt. Und das hat auch nur geklappt, weil es bei diesen Clubs einen Plan gab und gibt, nach dem man einen guten Trainer holte und mit dem man gemeinsam nach einem strukturierten Konzept arbeitet.


Gratuliere, dem ist nichts hinzuzufügen!!!!!
LikeLike