OT: Die UEFA mal wieder

Ein weiterer Kniefall der UEFA vor (ehemaligen) europäischen Großvereinen steht offensichtlich bevor. Damit auch derzeit chronisch erfolglose Traditionsvereine wie Inter oder AC Mailand immer wieder mal in der Champions League spielen und kassieren dürfen, gibt es bald wohl Wildcards für große Namen der Vergangenheit. Und der österreichische Meister darf den ganzen Sommer durch halb Südosteuropa reisen und sich durch zahllose Qualifikationsrunden quälen. Von einer Belohnung für aktuelle Meister ist da wenig zu sehen – in der Champions League.

Der Artikel aus dem Tagesspiegel vom 9.8. lässt Schlimmes befürchten:

„Die Champions League könnte vor einer kleinen, aber bedeutenden Reform stehen. Laut der italienischen Sport-Tageszeitung Gazetta dello Sport diskutieren die großen europäischen Klubs und die Uefa seit Monaten über mehrere Änderungen, die ab der Saison 2018/19 greifen würden. Die Struktur des Wettbewerbs mit 32 Teilnehmern in acht Gruppen soll demnach unverändert bestehen bleiben, die Vergabe der Plätze für die Gruppenphase soll jedoch in einigen Punkten verändert werden.

So hätten nicht mehr nur die drei bestplatzierten Nationen der Uefa-Fünfjahreswertung (aktuell Spanien, Deutschland und England) ein Anrecht auf je vier Teilnehmer, sondern auch der Vierte (Italien). Wie bisher sollen sich je drei Mannschaften über die Ligaergebnisse qualifizieren, der vierte Startplatz wäre jedoch von der größten Änderung betroffen: Dieser soll in der Zukunft über eine eigens entwickelte „historische“ Rangliste vergeben werden. Dabei würden nicht nur die Europapokal-Resultate der vergangenen Jahre, sondern auch die Anzahl der Titel und möglicherweise noch weitere Faktoren berücksichtigt. Ziel sei es, traditionsreiche Vereine wie Manchester United, Liverpool, Chelsea oder AC und Inter Mailand auch im Falle einer schlechten Ligaplatzierung an der Champions League teilnehmen zu lassen. Zudem sollen frühzeitige Aufeinandertreffen von Favoriten durch Änderungen bei der Auslosung verhindert werden. In der vergangenen Saison war etwa der FC Bayern München schon im Achtelfinale auf Juventus Turin getroffen, was Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge offen kritisiert hatte.

Damit käme die Uefa den großen Vereinen entgegen, die seit geraumer Zeit über eine mehr oder weniger geschlossene „Superliga“ nach dem Vorbild der US-amerikanischen Profiligen nachdenken. Die Reform der Champions League könnte eine Art Kompromiss sein, der die Attraktivität (und den Umsatz) des Wettbewerbs weiter steigern soll, ohne das Format zu ändern.

Verlierer der Änderungen wären die kleinen Verbände, die durch den gesperrten, ehemaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini, erst vor einigen Jahren aufgewertet wurden. Für sie blieben deutlich weniger Startplätze übrig. Laut „Gazzetta“ müssten etwa 50 Vereine in mehreren Qualifikationsrunden fünf bis sechs Teilnehmer ausspielen. Nach aktuellen Stand der Fünfjahreswertung würden Frankreich, Portugal und Russland je zwei sichere Plätze bekommen. Die Ukraine, Belgien, die Niederlande, Türkei und Schweiz hätten einen Starter sicher.

Mit einer endgültigen Entscheidung sei nicht vor der Wahl eines neuen Uefa-Chefs am 14. September zu rechnen.“

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