Blutleer, lustlos, glücklich zum X.

Mit zwei Startniederlagen im Handgepäck kam Graz nach Wien. Und so spielte der Tabellenzweite heute auch im Hanappistadion. Schwach und unkonkret. Aber die Grazer hatten großes Glück, dass sie auf einen Gegner trafen, der noch schwächer agierte.

Und es war schon ein merkwürdiges und trauriges Schauspiel, das uns unsere Mannschaft heute darbot. Lustlos, unmotiviert, zerfahren und völlig planlos irrten unsere 10 Feldspieler großteils im Schneckentempo über den Platz.

Unfassbare, unkonzentrierte Fehler im Aufbauspiel. Haarsträubende Fehlpässe beim Spiel aus der Abwehr heraus. Unglaublich kompliziertes und langsames Spiel im Offensivdrittel. Null Plan im Angriffsspiel – keine gelernten Laufwege, man hatte den Eindruck, die Burschen in grün sehen sich heute zum ersten Mal – Bälle ins Nichts waren oft die logische Folge.

Irre, wie aber Petsos und Berisha sogar in dieser kollektiv schwachen Elf noch abfielen. Der eine hat offensichtlich gar keine Lust und der andere kann offenbar einfach nicht kicken. Ich dachte mal, dass Legionäre besser sein müssen als heimische Kicker um ihren Platz zu haben. (Da die beiden so oft spielen – was sagt das denn über die Kicker, die – anscheinend – nicht an ihnen vorbeikommen?)

Dass man dem Ausgleich lange nachlief hatte in der zweiten Halbzeit schon etwas ziemlich Hilfloses. Irgendwann kam wieder Kvilitaia (wozu eigentlich?). Szanto ist ein guter Junge, der mit Spielpraxis nach der Verletzung sicher eine Verstärkung sein kann. Aber einem Spieler wie Murg, der sich vermutlich selbst für einen Schlüsselspieler hält, zuzusehen, hat etwas verzweifeltes. Immer und immer wieder die gleichen Wege, immer und immer wieder die gleichen Flanken ins nichts, immer und immer wieder die gleichen Doppelpass-Versuche mit Joelinton, die irgendwo im nirgendwo enden. Dass am Schluss nach Hin-und-Her-Gemurkse der Ball zu Boli kam und der einfach abzog und den Ausgleich machte, hatte natürlich was Schönes – lässt aber die furchtbaren 85 Minuten vorher nicht vergessen.

Diese Mannschaft ist blutleer und planlos. Sie spielt einen unmotivierten und langsamen Fußball. Und das ist natürlich zu einem Großteil auch ein Werk des Trainers. Er lässt diese Mannschaft 5 Tage die Woche was üben, was dann jedes Wochenende einfach so übel ausschaut. Natürlich konnte Rapid im Herbst immer wieder Spiele dank der individuellen Qualität eines Schaub, Schobesberger, Boli oder Schwab gewinnen. Ein kollektiver Plan ist so gut wie nie zu erkennen. Diese Mannschaft steht für nichts. Pressing Fehlanzeige. Ballbesitzfußball – ja, immer wieder reihum und hochriskant vor dem eigenen Strafraum und immer wieder viel zu kompliziert und ungradlinig vor dem gegnerischen Strafraum. Irgendwie werden es „Schobi“, „Schaubi“ oder „Schwabi“ schon richten.

 

Ich persönlich glaube nicht, dass wir mit diesem Sportdirektor und mit diesem Trainer langfristig und kontinuierlich Erfolg haben werden. Und ich bin froh, wenn dieses traurige Kapitel bald beendet wird.

Das Trauerspiel heute begann stimmungsmäßig ja schon am gestrigen Freitag. Bei der Pressekonferenz. Einem „Spektakel“, dass an Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Depression kaum zu überbieten war. Immer wieder die gleichen Floskeln im öden Tonfall vorgetragen. Da versucht der Trainer zu erklären, dass man ja eh jedes Spiel hätte gewinnen können, wenn … ja, wenn … man nicht da eine Halbzeit verschlafen hätte oder dort mal nur die Latte getroffen hätte. Blabla, das nix bringt. Und der Herr Sportdirektor, sicher ein kreuzbraver Charakter, aber wohl das exakte Gegenteil eines Motivators und charismatischen Gewinnertypen. Wenn ich ihm 5 Minuten zuhören muss, bin ich danach in der Regel selber müde, traurig, träge und irgendwie deprimiert. Durchschlagende Wirkung 🙂

Ich weiß nicht, wer dieser Mannschaft wieder Leben einhauchen kann und wer aus Rapid wieder das machen kann, was Rapid immer war und immer sein soll. Aber diese beiden Männer sind es eher nicht. Ob es ein Duo Hickersberger senior plus Andi Herzog versuchen sollte oder Don Didi oder wieder Zoki oder ganz wer anderer. Keine Ahnung. Vielleicht bliebe Djuricin auch ein guter Co. Ein guter Cheftrainer ist er mMn (noch) nicht. Und damit müssen wir wohl alle leben. Wohl auch noch nächste Woche an gleicher Stelle gegen den LASK. Man befürchtet das Schlimmste – und hofft wie immer das Beste! Gute Nacht 🙂

GEMEINSAM. KÄMPFEN. SIEGEN!

 

 

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