Bilanz einer (Un)Saison 1

Erstes Fazit gleich zu Beginn

In den Cupbewerben Gut | in der Liga Nicht Genügend. So würde ich die Bilanz dieser Saison kurz zusammenfassen. Alles in allem war es (wieder) eine enttäuschende Saison mit raren Höhepunkten – dafür mit zahlreichen bitteren Niederlagen.

Und natürlich ist in so einer Bilanz auch immer sehr viel persönliche Sicht dabei. Bei mir ist es einfach die Sicht eines Fans, der seit mehr als 30 Jahren zu diesem Verein steht. Manche werden natürlich manches anders bewerten oder beurteilen. Und das ist ja auch gut so – das macht einen lebendigen Verein aus. Und leben wird Rapid immer – auch wenn wir sportlich gerade eher gebückt unterwegs sind. 

Ligabilanz

Rapid in der Liga

Neue Saison neues Glück – und ein neues Format. Aus meiner Sicht war und ist diese Ligareform völlig unnötig und völlig misslungen. Nicht nur dass uns eine 12er Liga zu einer idiotischen Liga-Teilung zwingt, weil es halt mit 22 Spielen sonst a bissl zu kurz, mit 33 Spielen a bissl unfair und mit 44 Spielen a bissl zu lang werden würde.

Schwachsinnige Ligareform

Mit der unnötigen Ligateilung ging auch eine widersinnige Punkteteilung einher, um es den Dosen ein bissl schwerer zu machen, Meister zu werden – und die üblichen Vorsprünge einzudämmen.  Ich finde das extrem unfair und unsportlich. Was folgt da noch? Beginnt Salzburg dann bald jedes Ligaspiel mit einem 0:2 Handicap? Oder was fällt den Kleingeistern unserer Liga noch für Blödsinn ein? Ja, natürlich nervt alle anderen Vereine die sportliche Vormachtstellung der Dosen – inklusive aller Diskussionen um dieses „Marketingkonstrukt“ und „Milliardärsspielzeug“. Geschenkt. Salzburg steht nun einmal auch sportlich auf einer anderen Stufe. Und daran können Ligareformen nix ändern. Geändert werden kann das nur durch eine viel viel viel viel viel viel bessere Arbeit der anderen „Großklubs“. Finanziell werden wir mit den Bullen nie auf Augenhöhe sein – aber sportlich kann man ihnen durch gute Arbeit durchaus näher kommen. Denn was der LASK durchaus bewundernswert schafft, sollte doch bei wirklich guter Arbeit auf allen Ebenen auch einem SK RAPID gelingen. Sprich, ein klares Konzept sportlich und strukturell entwickeln – konsequent durchgezogen. Und daran scheiterte es bei uns in dieser Saison von Anfang an.

Gogo macht leider weiter

Irgendwer hat wohl irgendwann in diesem Verein vor der Saison die Entscheidung getroffen, dem Landesliga-Coach Djuricin auch weiterhin die Verantwortung für den heimischen Rekordmeister zu überlassen. Eine Fehlentscheidung, wie sich schon nach wenigen Spielen zeigte. Dem Auftaktsieg gegen die Admira folgten unnötige Unentschieden gegen kleine Vereine und Niederlagen gegen den LASK, im Derby, gegen Salzburg und daheim gegen Sankt Pölten. Der völlig überforderte Gogo faselte was von tollen Stürmern, die halt nur nicht treffen. Und ganz munter zog er seine Linie durch – sprich: Versuch – Scheitern – Nix ändern – wieder Scheitern – Nix ändern – wieder Scheitern …

Didi übernimmt

Anfang Oktober übernahm daher Didi Kühbauer. Eine grünweiße Legende als Spieler, der gerade Sankt Pölten mit einer tollen Serie auf den zweiten Platz geführt hatte. (Und damit letztendlich auch den Grundstein dafür gelegt hat, dass die Niederösterreicher und nicht Rapid im Meister-Playoff mitmachten 🙂

Viel besser wurden allerdings auch mit Didi K die Ergebnisse nicht. Das 0:3 gegen Aufsteiger Hartberg war für mich ein besonderes Low-Light. Eine wirkliche Aufbruchstimmung war auf dem Rasen eigentlich nie zu erkennen. Unsere Unkicker zeigten großteils die gleichen teilnahmslosen, müden Vorstellungen. Absoluter Tiefpunkt natürlich die verheerende Derbyniederlage Mitte Dezember. Feuer am Dach. Das Dodl Playoff vor der Tür.

2019 wirds nicht besser

Der Start in das neue Fußballjahr ließ sich optimistisch an. Siege gegen Salzburg und Sankt Pölten. Hoffnung keimt auf. Wird aber natürlich wieder enttäuscht durch leblose und mutlose Auftritte unserer Mannschaft.

Und das zieht sich auch weiter durch das untere Playoff, in dem Rapid peinlicherweise aber  logischerweise landet. Immer wenn man kurz mal glaubt, die Spieler hätten jetzt endlich begriffen, dass es nur mit Herz und Leidenschaft geht – folgt wieder der nächste blutleere Auftritt der Truppe rund um “Kapitän“ Stefan Schwab.

Nun kann man natürlich sagen, dass Gogo D. und Didi K. beide nicht viel erreicht haben. Gogo gilt aber als pöser pöser Buhmann und Didi noch immer als grüner Hoffnungsträger. Ist das nicht unfair? Für mich persönlich nicht. Denn es ist nun mal Fakt, dass Herr Djuricin (in Union mit Herrn Bickel) genau diesen Kader zu verantworten haben. Sie haben diese Ansammlung von Unkickern zusammengestellt. Herr Kühbauer muss halt mit dem arbeiten, was da ist – und das lässt oft im wahrsten Sinne des Wortes nicht viel Spielraum.

Im Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, stehen wir nach dem 1:2 gegen Sturm Graz im ersten Finalspiel um den letzten EL Platz noch vor dem Rückspiel. Und auch wenn uns natürlich viele K.O. Duelle in Europa in den letzten Wochen gezeigt haben, dass Wunder möglich sind – und natürlich hoffen wir wieder einmal. ABER für ein sportliches Fazit dieser Saison in der Liga ist es mir persönlich aber auch schon völlig egal, ob wir uns noch irgendwie nach Europa nudeln oder nicht. Finanziell und erlebnistechnisch wären Spiele in der Europa League natürlich wieder Highlights. 

Fazit

No na ned 🙂 Rapids Saison in der Liga war auf ganzer Linie enttäuschend. Gedemütigt auf Dorfplätzen, vorgeführt im Derby bleibt Nix aber auch Gar Nix Gutes in dieser Saison. (Der Sieg gegen die Bullen daheim war emotional fein im Februar – aber auch nichts wert.)

Weder Djuricin noch Kühbauer haben es geschafft, dieser merkwürdigen Ansammlung von Spielern sowas wie Herz, Anstand, Feuer oder Respekt „beizubringen“. Respekt vor den Fans zum Beispiel, die sie trotzdem immer wieder unterstützen. In vielen Spielen hatte man den Eindruck, dass es dieser Truppe einfach völlig wurscht ist, wie dieses Match ausgeht. Ja, gewinnen wäre schon schöner – aber wenn ich dafür 2 Schritte mehr machen muss, lassen wir das lieber …

Verkörpert wird diese akute grüne Blutarmut leider fast perfekt in der Person unseres „Kapitäns“. Ich hatte den Stefan Schwab immer als recht guten heimischen Kicker im Kopf. Kein Ausnahmetalent, aber ein tapferer, guter Spieler mit einem guten Auge und durchaus auch einer gehörigen Portion Kampfgeist. Aktuell wirkt er aber auch mit der Rolle als Kapitän völlig überfordert. Er scheint schon zu viel damit zu tun zu haben, sich selbst über den Platz zu schleppen. Um dann noch eine Mannschaft zu tragen, ist da keine Kraft mehr übrig.

Rapid muss jetzt wirklich alles in Frage und auf den Prüfstand stellen und ein neues Kapitel aufschlagen. Der neue Sportdirektor und der Trainer sollten doch mal schauen, wie der Nachwuchs wieder Perspektiven in der Kampfmannschaft sieht. Ob man wirklich verletzte Legionäre verpflichten muss statt heimischen Talente eine Chance zu geben. Ob dieses öde Ball-Besitz-Ball-Geschiebe wirklich der Stil ist, der der DNA Rapids entspricht. Ich als Laie kann es mir nicht vorstellen 🙂 Ob die 1-Stürmer-Formation für uns wirklich das ideale ist. Und vieles vieles mehr …

Und vor alle muss wieder RAPID GEIST in einer Rapid Mannschaft sein. Sprich, kämpfen bis zum Schluss, niemals aufgeben, mehr laufen als die Gegner. Und den Kontrahenten seinen Willen aufzwingen – 96 Minuten lang. 

Demnächst folgen noch eine Bilanz zu den Cup-Bewerben und zum Kader …

GWG

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