Rapid Wien bleibt europäisch

Es ist geschafft. Nach einem Jahr Pause gibt es also in der heurigen Saison fix noch weitere Spiele von Rapid im Europacup zu sehen. Das ist sowohl sportlich wie auch finanziell für unseren Verein (gerade in diesen Zeiten) besonders wichtig.

Champions League: Traumhaft, aber kaum erreichbar

Noch lebt ja auch die Chance auf eine Teilnahme an der Champions League weiter. Wobei man allerdings nach dem gestrigen Spiel gegen Lok Zagreb auch sagen muss, dass für mich persönlich ein Aufstieg gegen Kiew und Gent ganz schwer und gegen Benfica fast unmöglich scheint.

Jaja, Rapid ist (hoffentlich) schon in der Lage, sich mit dem Gegner zu steigern. Aber für mich war das Auftreten des Teams gegen einen Verein auf besserem Landesliga-Niveau über weite Strecken schon erschreckend.

Was Tempo, Pressing, Passgenauigkeit angeht, war da die meiste Zeit Fehlanzeige. Und ich bin auch kein verkappter Möchtegern-Trainer, sondern nur ein Fan seit vielen vielen Jahren. Aber kann man Dominanz nicht gerade gegen einen solchen Kontrahenten ausüben oder zumindest üben?

Pressing schaute bei uns gestern so aus, dass hin und wieder einer mal aggressiver anlief und die anderen eher teilnahmslos zusahen. Dem ballführenden Spieler blieben so immer viele Anspielstationen offen. Diese „Pressing-Versuche“ sahen mehr und mehr hilflos aus. Kein Vergleich auch, wenn man sich andere österreichische Spieler anschaut, die das (im Verbund) wirklich gut spielen. Auch wenn ich ihre Vereine nicht schätze, so ist doch stark, wenn man sich ansieht, wie ein Laimer oder ein Schlager Gegner anlaufen und ihnen Bälle abnehmen.. Das sieht schon richtig gut aus. Während es bei uns eher nach einem alibihaften Entgegenlaufen inklusive zaghaftem Beinchenheben aussah.

Aber ja, gut. Es war das erste Bewerbsspiel – und wir haben ja eh gewonnen.

Ähnlich wie das „Pressing“ ließen sich auch Tempo und Genauigkeit an. Gerade in den ersten 20 Minuten wurde der Ball laaaangsam an der Mittellinie hin und her und hin und her gespielt, bis dann irgendwann einer den Ball ungenau nach vorne gedroschen hat. Auch der erste Kontakt bei der Ballannahme war eher vom Zufallsprinzip geprägt. Gerade gegen so einen Gegner, sollte man da nicht versuchen mit Tempo schnell zu spielen und auch mal ins Eins gegen Eins gehen, um so Druck auszuüben und die Mauer ins Wanken zu bringen? Und ich rede noch gar nicht vom guten alten „Heavy Metal Fussball“ der Marke Klopp, den er anfangs in Dortmund spielen ließ. Natürlich hat der seinen Stil auch angepasst und variiert – mit den Klassespielern auch eine gute Idee hahaha. Aber wo ist denn die Handschrift von Rapid zu erkennen? Bei 1:0 hinten reinstellen und hoffen, dass es irgendwie gut geht? Und mit einem (ungenauen) Ball auf Arase oder Fountas hoffen, dass ein guter Konter rauskommt?

Aber ja, gut. Es war das erste Bewerbsspiel – und wir haben ja eh gewonnen.

Kara | Rapid Wien Photo: GEPA pictures/ Philipp Brem

Lasst der Mannschaft doch Zeit, Ihr mieselsüchtigen Kritiker

Ich höre, sehe und lese es schon wieder, wie man Kritiker kritisiert, dass die nicht hinter dem Team stehen, und dass man nach einem Spiel doch noch gar nix sagen kann. Und und und.

Eh, es stimmt ja auch. Ich habe mich gestern auch mehr über den Aufstieg gefreut als ich mich über das schwache Spiel ärgerte. Aber gerade weil dieser Verein seit Jahrzehnten mein Verein ist, tut es mir weh, wenn ich Leistungen wie gestern in Serie sehen muss. Ich kann im Spiel keinen Stil erkennen (das kann natürlich auch an meiner Dummheit liegen), ich kann nix typisches für Rapid sehen.

Aber der Kader, wenn nicht noch Fountas, Demir und Co verkauft werden, ist ok für unsere Liga. Und wir werden wieder irgendwo zwischen Platz 2 und 4 eintrudeln.

Ich frage mich nur, wie wir jemals wieder einen Titel gewinnen wollen – mit dieser Art Fußball zu spielen? Der LASK hat es ja letzte Saison bis Corona recht gut gezeigt, wie man Salzburg zumindest ins Wanken bringen kann. Da war eine Konsequenz zu sehen, eine Bereitschaft, ein Kampf und eine klare Linie, die ich bei unserem Team nur sehr sehr selten sehe in den letzten Jahren.

So bleibt es halt – wieder mal – ein Geduldsspiel. Und ein Hoffen auf das nächste Spiel. Und mehr ein Hoffen auf Schwächen der Gegner als ein Vertrauen in die eigenen Stärken.

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