Das wird nicht einfach so besser.

Gestern hat Rapid Wien gegen eine mehr als biedere Truppe in Altach das Spiel in den letzten Minuten noch aus der Hand gegeben. 1:2 Niederlage gegen eine bessere Wirtshaustruppe, als deren Symbolfoto der plump herumtapsende Nuhiu fungieren könnte. Trotzdem natürlich Gratulation an Altach, die schöpfen zumindest das, was sie können, auch aus.

Damit stehen wir in der Liga nach 4 Spielen bei 2 Niederlagen (gegen Altach und Hartberg!) einem Remis gegen den LASK (dem am Schluss ein 11er vorenthalten wurde) und einem Sieg gegen den WAC daheim.

Nach vier Runden also satte 4 Punkte – und jetzt schon 8 Punkte Rückstand auf die Dosen und 5 Punkte Rückstand auf Sturm Graz. Bei dieser Auslosung ist das eine mehr als peinliche Performance.

Photo: GEPA pictures

Doppelbelastung! Dreifachbelastung! Jammern, jammern, jammern …

Aber natürlich gibt es für diese bescheidenen Auftritte in der Liga auch eine Erklärung – zumindest wenn man Trainer Kühbauer folgt. Die große große Belastung, die seine Mannschaft zu bewältigen hat.

Ja, genau, die verschlafene erste Hälfte gegen Sparta Prag daheim und das lethargische Auswärtsmatch in Prag müssen die Burschen ja wirklich total erschöpft haben. Ganz zu schweigen vom Heimspiel gegen die mehr als schwachen Zyprioten und der blamablen Niederlage auf Zypern. Die weite Reise nach Prag ist ja wirklich unmenschlich. Und nach Zypern sind die Profis vermutlich auch gelaufen bzw. geschwommen und nicht bequem mit Flieger und Bus angereist.

Positives Mindset und Motivation Herr Kühbauer!

Abgesehen davon, dass es mehr als lächerlich ist, dass eine Mannschaft, die eine Saison lang darum spielt, in Europa anzutreten, sofort zu jammern anfängt, sobald man die ersten europäischen Spiele macht.

Denn zum einen weiß man nun ja schon eine Weile, dass man im Juli und August europäisch spielen wird und hätte daher den Kader dementsprechend aufstellen können und zum anderen muss man halt auch mal intelligent rotieren in der Truppe. Und da ist wirklich keiner dabei (Stojkovic vielleicht mal ausgenommen), der nicht ganz einfach zu ersetzen wäre. Die halbhohen, ungenauen Flanken ins Nirgendwo von Schick und Ullmann sollten auch junge Spieler ähnlich gut/schlecht hinkriegen. Hat man ja auch gestern gesehen, als Auer in der zweiten Hälfte permanent zwei Meter zu hoch in den Strafraum über Fountas flankte. Von Arase will ich gar nicht mehr reden …

Aber zweitens, Herr Kühbauer, geht es auch darum, die Spieler mit dem dauernden Gejammere über die Belastung nicht noch negativer einzustellen – und ihnen nicht gleich von Anfang an eine Ausrede nach der anderen zu liefern.

Man sollte sich auf Spiele in Europa freuen, man muss diese Spiele als große Chance und Abwechslung vom Liga-Alltag positiv annehmen. Diese Spiele sind eine Belohnung für die Ergebnisse der letzten Saison. UND DAS IST ETWAS GUTES! Und keine Belastung, Belastung, Belastung …

Mit Kühbauer wird das nicht besser werden

Und damit sind wir wieder bei einem Punkt, den manche schon früher sahen, manche noch immer nicht sehen. Dietmar Kühbauer war ein wirklich ganz starker, großer, toller Kicker. Er spielte mit Herzblut und Klasse und war immer einer meiner absoluten Liebling-Spieler.

Aber wie das halt manchmal so ist, wird nicht aus jedem tollen Kicker auch ein spannender, guter Trainer. Vor allem auch nicht für einen Verein wie Rapid. Denn hier steht man natürlich permanent unter (Erfolgs)Druck. Ich traue es dem Herrn Kühbauer auch absolut zu, dass er mit Sankt Pölten oder der Admira im Rahmen der Möglichkeiten gute Tabellen-Platzierungen liefert.

Doch bei Rapid geht es einfach um mehr. Es geht darum, durch mehr Hirnschmalz, mehr Energie, mehr Kreativität im Scouting, Training und im Coaching den finanziellen Wettbewerbsvorteil, den Salzburg nun mal hat, wettzumachen.

Es geht darum einen Stil und ein Auftreten zu entwickeln, mit dem man als Team den Salzburgern immer näher kommen kann und sie vielleicht auch mal besiegen kann. Wir müssen besser pressen, mehr laufen, aktiver sein, schlauer und schneller Spieler mit Perspektiven verpflichten – und vor allem konstant gegen Mannschaften wie Hartberg, Altach oder Ried gewinnen. So wie es der LASK unter Glasner und Ismael vorgemacht haben – die haben Salzburg eine Weile wirklich fordern können. Oder wie es Sturm Graz im Rahmen seiner Möglichkeiten gerade unter Ilzer versucht. Und das geht nur mit Herz und mit Hirn – und nicht mit Jammern.

Am Ende werden die Kohle und das dort etablierte System der Dosen trotzdem meistens gewinnen. Aber man muss es immer und immer wieder versuchen – und dann holt man in einem Jahrzehnt halt auch mal 1, 2 oder 3 Pokale – egal ob Meisterschaft oder Cup.

Ich bin mittlerweile sicher, dass Kühbauer nicht der Trainer ist, der uns näher an Salzburg heranführen kann.

Was das heißt oder was man deswegen tun sollte, kann jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin nicht der Verein und gottseidank kein Vereinsverantwortlicher, ich bin einfach immer nur ein Fan von Rapid Wien – und das bin ich seit mehr als 30 Jahren und auch noch in 30 Jahren. Auch wenn´s mal wieder zach ist … so wie momentan. In Höhen und in Tiefen – immer Rapid Wien! (Ein paar Höhen täten jetzt zur Abwechslung auch mal wieder gut:)

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